In einem fensterlosen Raum irgendwo im diplomatischen Untergeschoss Londons – fernab der prunkvollen Säle des Foreign Office – treffen sich derzeit Sicherheitsberater aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den USA und der Ukraine. Was einst als hochrangiges Gipfeltreffen geplant war, ist nun kaum mehr als ein notdürftig inszeniertes Krisenkabarett, in dem die Hauptdarsteller reihenweise absagen. Außenminister glänzen durch Abwesenheit, echte Entscheidungen sind nicht zu erwarten. Die westliche Ukraine-Politik ist in einem Zustand fortgeschrittener Zersetzung angekommen – symptomatisch für den gesamten Zustand der transatlantischen Ordnung.
Die Abwesenheit von US-Außenminister Marco Rubio spricht Bände. Während Kiew noch mit erhobener Stimme ultimative Sicherheitsgarantien fordert und keinerlei territoriale Kompromisse anbietet, vollzieht die Trump-Regierung in Washington eine stille, aber radikale Neuordnung.